Verlag Henselowsky Boschmann
Interview mit B. S. Hiller


B. S. Hiller sind die Autoren des Romans "Stille Post im Amtsgericht"
Wann und wo wurden Sie geboren? Vor über 50 Jahren, nicht im Ruhrgebiet.
Wo wohnen Sie? An der Grenze zwischen Ruhrgebiet und Münsterland.

Nennen Sie drei Gründe, warum man Ihren Roman lesen sollte!

Weil er (hoffentlich) unterhaltsam ist, nicht so lang und uns gefällt.

Hauptakteur in Ihrem Roman ist der Amtsrichter Bahnsen. Was ist er für ein Mensch?

Er ist auf dem Boden geblieben, ein Individualist, nicht angepasst, ein Familienmensch mit wenigen, aber guten Freunden; keiner, der vor lauter politischer Korrektheit kaum noch zu atmen wagt

Und was zeichnet Ihn als Richter aus?

Er geht menschlich mit allen Beteiligten um, versucht, vernünftige und richtige Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie nicht immer die einfachsten sind
Gibt es für einzelne handelnde Personen Vorbilder? Keine konkreten; aber der eine oder andere Wesenszug, den unsere Romanfiguren tragen, kommt auch bei Menschen vor, die wir kennen.
Mögen Sie selbst solche Rechtsanwälte wie den Herrn Conradi in Ihrem Roman? Ja und nein, Aber Conradi ist eine Persönlichkeit, insoweit mögen wir ihn.
Ihr Roman spielt zumeist in Glandrop. Wo genau liegt denn diese Stadt? Im Norden des Ruhrgebiets.
Ist Gladrop typisch Ruhrgebiet? Gibt es das? Glandrop ähnelt den kleineren Städten am Nordrand des Ruhrgebietes.
Was macht für Sie einen typischen Ruhrgebietler aus? Es sind Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen, viele Einwanderer oder Nachfahren von Einwanderern. Das bildet eine Mischung, die nicht angepasst ist, nicht politisch korrekt, bodenständig und mit sehr eigenem Humor.
Sind Sie einer? Nach der Definition: Hoffentlich!
Welchen Ruhrgebietler finden Sie richtig toffte?

Jürgen von Manger und Helmut Rahn (wie ihn Söhnke Wortmann zeichnet).

Und welche Ruhrgebietlerin? Else Stratmann
Was lesen Sie gerne an Ruhrgebietsliteratur? Krimis
Welche Stadt im Ruhrgebiet ist für Sie die Schönste?

Schwer zu sagen. Uns haben immer Dortmund und Bochum gut gefallen, aber auch viele der kleineren Städte, soweit sie ihren Charakter bewahrt haben.

Wohin sollten Touristen gehen, wenn sie mal „echt Ruhrgebiet“ erleben wollen?

In eine Kneipe und zu Fußball – unterhalb der dritten Liga.

Wo möchten Sie gerne leben, wenn nicht im schönen Ruhrgebiet? Im Norden.
Wem sollte das Ruhrgebiet ein Denkmal bauen, und wo sollte es stehen? Das gibt es schon: Helmut Rahn, vor dem Stadion an der Hafenstraße.
Wenn Sie die Möglichkeit hätten, drei Dinge im Ruhrgebiet sofort zu verändern/verbessern – welche wären das?  

Eine Renaissance von Kohle, Stahl und echter Maloche.


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