Verlag Henselowsky Boschmann · Regionaler Literaturversorger Ruhrgebiet · Hermann Beckfeld · Ganz persönlich. Beckfelds Briefe
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Hermann beckfeld Briefe
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Hermann Beckfeld
Ganz persönlich – Beckfelds Briefe
Band 2

Mit Illustrationen von Günter Donatz
160 Seiten · gebunden · Lesebändchen
9,90 Euro
ISBN 978-3-942094-81-8
Erscheinungsjahr: 2018

An jedem Samstag schreibt Chefredakteur Hermann Beckfeld in den Ruhr Nachrichten einen Brief; oft an Prominente. Manchmal an Menschen, die etwas ganz Besonderes erlebt oder Großartiges geleistet haben. Beckfelds Briefe sind bei den Leserinnen und Lesern Kult. Weil sie unter die Haut gehen.

Band 3 enthält Briefe an:
Benny Andersson · Aslan Ayik · Inspector Barnaby · Boris Becker · Alfred Biolek · Peggy Borutta · Briefeschreiber von Mexiko City · Wolfgang Büser · Cam Dedman · Finja · Peter Frankenfeld · Freddie Frinton · Wolfgang Grupp · Gregor Gysi · Werner Hallay · Sepp Herberger · Jupp Heynckes · Hülya · Hanns Dieter Hüsch · Oma Klärchen · Dieter Klußmann · Detlef Kötter · Andreas Künkler · Hans-Joachim Kulenkampff · Lady Liberty · Inge Meyer-Dietrich · Virginia O’Hanlon · Günter Öhlmayer · Bernhard Paul · Rosamunde Pilcher · Werner Polak · Anthony Quinn · W.A. Quinton · Ramzia · Thomas Rech · Elisabeth Röttsches · Marianne Rosenberg · Robert Seethaler · Alexis Sorbas · Christian Streich · John Strelecky · Neven Subotic · Mutter Teresa · Jürgen von Manger · Hannes Wader · Nicholas Winton · Reinhold Würth · 91-Jährige.


Hermann Beckfeld Schermbeck

Hermann Beckfeld liest am 17. September 2018 aus "Beckfelds Briefe 3" in der ehemaligen Reformierten Kirche in Schermbeck. (Foto: Renate Rohkemper)



Hermann Beckfeld

Ganz persönlich – Beckfelds Briefe
Band 2

Mit Illustrationen von Günter Donatz
160 Seiten · gebunden · Lesebändchen
9,90 Euro
ISBN 978-3-942094-68-9
Erscheinungsjahr: 2016




Band 2 enthält Briefe an:
Peter Bandermann · Oliver Bierhoff · Robinson Crusoe · Olli Dittrich · Jürgen Drews · Klaus Engel · Irmgard F. · Fernandel · Gabi Frijio · Joachim Fuchsberger · Hermann Gerland · Jörg Hammerschmidt · Stephan Hartmann · Michael Holzach · Gianni Huesca · Erich Kästner · Sebastian Kehl · Michael Kessler · Ephraim Kishon · Hermann Kleimann · Dietmar Klein · Jürgen Klopp · Peter Kraus · Vicky Leandros · Reinhard Libuda · Astrid Lindgren · Peter Lohmeyer · Lambert Lütkenhorst · Karl May · Angela Merkel · Kim Sarah Mojecki · Manuel Neuer · Ryan O’Neal · Stanislaw Petrow · Lieselotte Q. · Johannes Rau · Charlotte Roche · Armin Rohde · Reem Sahwil · Bastian Schweinsteiger · Herbert Seckler · Siggi · Souraya · Franz Stigler · Ulrich Strunz · Patrick Süskind · Chesley Sullenberger · Ulrich Wessel · Hans Günter Winkler · Klaus-Peter Wolf · Reinhard Zinkann


Hermann Beckfeld
Ganz persönlich – Beckfelds Briefe
Band 1


160 Seiten · gebunden · Lesebändchen
Mit Illustrationen von Günter Donatz
9,90 €
ISBN 978-3-942094-48-1
Erscheingsjahr 2014
 

Band 1 enthält Briefe an:
Mario Adorf · Rudi Assauer · Peter Bachér · Franz Beckenbauer · Boris Becker · Dieter Bohlen · Rainer Brüderle · Willy Brummer · Howard Carpendale · Helene Fischer · Maria Furtwängler· Hans-Dietrich Genscher · Götz George  · Vincenzo Gerrone · Jürgen Gosch · Thomas Gottschalk · Werner Hansch · Diana Hetzel · Dieter Hildebrandt · Susanne Hoeneß · Uli Hoeneß · Ernst Huberty · Mats Hummels · E. L. James · Janosch · Udo Jürgens · Ina K. · Hellmuth Karasek · Dieter Kindl · Jürgen Kossowski · Ute Lemper · Jan Josef Liefers · Udo Lindenberg · Peter Maffay · Your Majesty · Lothar Matthäus · Costis Mitsotakis · Jojo Moyes · Michael O’Leary · Hanns-Josef · Ortheil · Liselotte Pulver · Josef Quadflieg · Horst Rahe · Adi Raible · Marcel Reich-Ranicki · Horst Rostek · Katrin Sass · Harald Schmidt · Helmut Schmidt · Gerhard Schröder · Edward Snowden · Gertrud Steinbrück · Peer Steinbrück · Christian Stratmann · Heinz Stücke · Franz-Peter Tebartz-van Elst · Nirmala Toppo · Jürgen Vogel · Robbie Williams · Sabrina Wilting · Adolf Winkelmann · Bettina Wulff · Christian Wulff


Hermann Beckfeld
Wurde 1955 in Bottrop geboren. Er ist seit 14 Jahren Chefredakteur. Seine Briefe erscheinen seit 2012 jeden Samstag im Wochenendmagazin der Ruhr Nachrichten, der Dorstener Zeitung, der Halterner Zeitung, der Münsterland Zeitung … Hermann Beckfeld hat acht Journalisten-Preise gewonnen, darunter den renommierten Theodor-Wolff-Preis.
Hermann Beckfeld BBS Olfen

Hermann Beckfeld 2017 während der ausverkauften Lesung in der wunderschönen BBS-Buchhandlung in Olfen. (Foto: Renate Rohkemper)

Hermann Beckfelds Brief an Ramzia (aus Band 3)

Ein kleines Mädchen rührt ein ganzes Dorf, das Friedensdorf Oberhausen. Obwohl selbst schwer erkrankt, steckt Ramzia mit ihrer Lebensfreude alle an; nicht nur die Kinder aus verschiedenen Ländern, auch die Betreuer, die irgendwann Abschied nehmen müssen. Sie dürfen erst weinen, nachdem der Bus Richtung Flughafen abgefahren ist.

Liebe Ramzia,
ich weiß, dass Du mit Deiner Familie im fernen Kabul kein Weihnachtsfest feierst. Trotzdem schreibe ich Dir diesen Brief am Tag vor Heiligabend. Weil ich Deine Geschichte so bedrückend und doch so wunderschön finde. Weil Du Erwachsene beschämst, weil Du mit Krankheit und Schmerzen besser umgehst als viele von uns. Vor allem schreibe ich Dir, weil Du ein Geschenk bist; ein Geschenk der Nächstenliebe, der Lebensfreude; ein Geschenk, das Mut macht, Kraft und Zuversicht gibt. Ein Geschenk, das unbezahlbar ist, das man nicht kaufen kann.
Du warst acht Jahre alt, als Du ins Friedensdorf Oberhausen gekommen bist; schwer verletzt, ganz allein, ohne Eltern, ohne Freunde. Das Mädchen aus Afghanistan mit einer schlimmen Knochenentzündung, dem in der von Krieg und Terror zerrütteten Heimat nicht geholfen werden konnte. Bei der Eingangsuntersuchung stellten die deutschen Ärzte fest, dass Du sehr krank bist. Du bist viel zu intelligent, zu einfühlsam, um nicht gespürt zu haben, dass die Ärzte und Friedensdorf-Mitarbeiter sogar um Dein Leben fürchteten.
Zweieinhalb Jahre hast Du im Friedensdorf gelebt; kaum ein anderes der 200 Kinder musste so häufig in Kliniken behandelt werden. Du hast alles ertragen, Operationen, Chemotherapie, Bestrahlungen, dazu die Unsicherheit, ob Du jemals wieder gesund wirst. Jeder hätte verstanden, wenn Du verzweifelt gewesen wärst, Dich abgeschottet und aufgegeben hättest. Und was machst Du? Du hast jeden Tag mit Deiner Lebensfreude und Deinem Lebenswillen zu einem besonderen Tag gemacht. Du hast mit Deiner Energie und Deinem Mut die anderen Kinder und auch die Mitarbeiter angesteckt; Du hast sie in den Arm genommen, getröstet, lächeln lassen, warst immer da, wenn sie Dich brauchten. Das Powermädchen aus Kabul mit den pechschwarzen Augen und Haaren, das mit der Freundin ohne Arme zur Toilette ging, das die Kinder ohne Beine im Rollstuhl schob.
Rasend schnell hast Du gelernt, perfekt Deutsch zu sprechen. Es verging kein Tag, an dem Du nicht im Lernhaus warst. Du warst die Erste beim Sportunterricht, Du hast beim Singen den Ton angegeben. Das Friedensdorf-Lied liebtest Du besonders, als wenn der Text, besonders der Refrain, für Dich geschrieben worden wäre: „Du hast mitgeholfen, Du hast was bewegt, hast anderen gezeigt, wie es richtig geht.“
Ob Yusuf und Mohira aus Usbekistan, Anna und Zolak aus Armenien oder Hasandschan und Aidar aus Tadschikistan: Du weißt besser als ich, dass jeder im Dorf etwas Besonderes ist, dass Euch die Gemeinschaft stark macht, in der Sprache, Religion und Herkunft keine Rolle spielen. Natürlich konntest auch Du streiten und herumzicken, aber schnell warst Du wieder die Ramzia, die alle liebten, mit Deinem unwiderstehlichen Lächeln und Deinen vor Lebensfreude strahlenden Augen. „Sie hat uns alle gepackt“, sagte ein Mitarbeiter des Friedensdorfes, und irgendwie klang dabei seine Stimme glücklich und traurig zugleich. Er und seine Kolleginnen und Kollegen dürfen erst weinen, wenn Ihr auf dem Weg zum Flughafen seid.
Was für eine schöne Geschichte. Du bist wieder gesund, Du bist wieder daheim, bei Deinen Eltern und Deinen Geschwistern in Kabul, mit denen Du zweieinhalb Jahre lang keinen Kontakt hattest.
Als an einem Augusttag der Bus Dich und andere Kinder abholte, um Euch zum Flughafen zu bringen, habt Ihr auf dem Weg zum Parkplatz „Nach Hause, nach Hause“ geschrien, immer und immer wieder. Und oben standen alle, die bleiben mussten, und schrien zurück, immer und immer wieder, weil sie Euch die Heimreise gönnten: „Nach Hause, nach Hause“. Zuvor hast Du Dich von den Mitarbeitern verabschiedet; mit einem Satz, der zur Philosophie des Friedensdorfes passt. Und zu Dir, die stets nach vorne guckt, die ihren eigenen Weg geht: „Das Friedensdorf ist schön, aber eins sage ich Euch: Ich komme nie wieder.“

Liebe Ramzia,
ich weiß nicht, ob Du diesen Brief je bekommst. In Kabul gibt es keine Hausnummern, keine Adressen, die Postzustellung funktioniert nicht besonders gut. Dabei würde ich Dir zu gerne verraten, was Dein Name auf Deutsch bedeutet. Die Mitarbeiter des Friedensdorfes und ich haben ihn gegoogelt. Du heißt Geschenk. (23.12.2017)