Bücher vonne Ruhr · Verlag Henselowsky Boschmann · Jürgen von Manger - Bleibense Mensch!
Komm, wir schießen Kusselkopp Thomas Althoff
Jürgen von Manger
Bleibense Mensch!
Träume, Reden und Gerede des Adolf Tegtmeier

Illustriert von Michael Hüter
144 Seiten, gebunden
9,90 €
ISBN 978-3-922750-74-1

Gestatten, Adolf Tegtmeier, mein Name. Ist doch schön, wenn man nicht nur so rumwohnt, sondern wenn man auch mal erfährt, wie das alles war und ist, mit diese ganzen Sachen und meine Geschichten und so. Denn der Mensch wäre ja ohne die Leute von früher gar nicht möglich, weil es immer weitergeht, im Leben. Man muss nämlich Mensch bleiben im Leben, alles andere hat sowieso keinen Wert. Und in diesem Sinne wünsche ich dann auch von mir aus "Viel Vergnügen!" allerseits bei diesem … äh … Buch!


Ebenfalls von Jürgen von Manger:
"Der Abschied" und andere
Stückskes aus dem Nachlass
Herausgegeben von Joachim Wittkowski
Jürgen von Manger der abschied und andere Stückskes

Jürgen von Manger mit seinem langjährigen Herner Freund, Pastor Götz Kratzenstein. Kratzenstein und von Manger kannten sich schon aus Hagen, wo beide das Alberecht-Dürer-Gymnasium besuchten. Später trafen sie sich in Herne wieder. Kratzenstein hielt bei der Beerdigung von Jürgen von Manger die Trauerrede. Der ehemalige Herner Krankenhausseelsorger (90) lebt seit 2013 in einem Seniorenzentrum in Recklinghausen-Hochlarmark. (Foto: Archiv Friedhelm Wessel)

Am 15. März 2014 jährte sich zum 20. Mal der Todestag vom einem ganz Großen, von einem, der nicht nur das Ruhrgebiet durch seine Persönlichkeit tief geprägt hat: Vor 20 Jahren, am 15. März 1994, starb in Herne Jürgen von Manger.
Jürgen von Manger und Adolf Tegtmeier, sein Nachbar im Alltag, haben vier Jahrzehnte lang die Lachmuskeln der Deutschen trainiert: Ob auf der Kabarettbühne, im Radio, im Fernsehen oder auf Schallplatte – der Tegtmeier feierte auf und in allen Gebieten Erfolge und verkörperte einen Typus, der wie kaum ein anderer mit dem Revier identifiziert wurde. Mit ihm wurde das Ruhrgebietsdeutsche bühnenreif.
Wir würden sehr freuen, wenn der 20. Todestag "unseres" Jürgen von Manger Ihnen eine eine Minute des Erinnerns wert wäre. Denn: Mensch bleiben musse, alles andere hat doch kein Wert.
Jürgen von Manger lässt nach über 30 Jahren wieder Adolf Tegtmeier wieder in Buchform über das Leben, Land und Leute sinnieren: im Theater bei Maria Schtuart, dem Trobbadur, Wilhelm Tell und Lohengrin; mit Phraseologischem in einer Gedenkrede, einem Antrag, einer Geheimversammlung, drei Maireden und einem Brief vom Betriebsausflug; über schlimme Sachen wie einen Schwiegermuttermörder und die Delinquentenzelle; über Bildung, die Not tut, im Theaterverein, beim Lügner von Goldoni, betreffs feinen Benehmens, während des Unteroffiziersunterrichts und bei Ärzten und Astrologen; als geträumte Historie über die Entstehung des Ruhrgebiets, einen Hiwi-Germanen und einen Lampengeist und über sich selbst als Finanzminister; letztlich über den Fortschritt der Zeit in Heiratsvermittlung und Führerscheinprüfung. Inhaltsverzeichnis
Maria Schtuart
Der Trobbadur
Wilhelm Tell
Lohengrin

Eine Gedenkrede
Der Antrag
Die Geheimversammlung
Drei Maireden
Brief vom Betriebsausflug

Der Schwiegermuttermörder
Die Delinquentenzelle

Der Theaterverein
Der Lügner von Goldoni
Feines Benehmen
Unteroffiziersunterricht
Ärzte und Astrologen

Die Entstehung des Ruhrgebiets
Der Hiwi-Germane
Der Lampengeist
Tegtmeier als Finanzminister

Die Heiratsvermittlung
Die Führerscheinprüfung

Nachwort von Dirk Hallenberger
Jürgen von Manger (1923-1994)
ist das Urgestein des Kabaretts im Ruhrgebiet. Der in Hagen aufgewachsene und an den Bühnen in Bochum und Gelsenkirchen engagierte Jürgen von Manger lebte bis zu seinem Tod in Herne. Durch ihn erlangte das Ruhrgebietsdeutsche Bühnenreife. Radio- und Fernsehsendungen sowie zahlreiche Tourneen machten seinen Adolf Tegtmeier in Deutschland zur populärsten Kabarettfigur der sechziger bis achtziger Jahre. Tegtmeiers Gedanken ließen tief ins bundesdeutsche Gemüt blicken, das von der Automation über die sexuelle Revolution bis zur antiautoritären Erziehung einiges zu verdauen hatte. Doch Tegtmeiers Tiraden legten auch die braunen Flecken offen, die die kollektive Psyche der Deutschen noch immer beherbergte. Es spricht für die Qualität dieses Großmeisters des Kabaretts, dass Jürgen von Mangers Stückskes ohne Häme und Spott auskamen. Am Deutschen Kabarett Archiv in Mainz ist ihm einer der ersten Sterne auf dem Walk of Fame der Satire gewidmet. Und der Herner Kabarettpreis heißt schlicht: Tegtmeier. (Illustration: Michael Hüter)