Verlag Henselowsky Boschmann ·  René Schiering, Ruhrpott-Köter (1 und 2)
Ruhrgebiet Geschnke Buch Bücher Verlag Verlage


Ruhrpott-Köter 1










René Schiering
Ruhrpott-Köter 1
Woanders ist es schön,
aber hier bin ich zu Haus
Fast ein Heimatroman

144 Seiten, gebunden · 9,90 €
ISBN 978-3-942094-15-3

Eigentlich hat er es geschafft: Er hat den kleinbürgerlichen Staub seiner verhassten Heimatstadt von den Schuhen abgeklopft. Er ist weit herumgekommen, hat Karriere gemacht und die Welt bereist. Doch nach zwölf Jahren Exil muss er wieder zurück in die Tristesse des nördlichen Ruhrgebiets. Ständig dem Wahnsinn nahe, stolpert er auf heimischem Boden durch ein Sammelsurium schräger Gestalten und peinlicher Situationen.

Ruhrpott-Lesung im Zuhause für Kreative und Verrückte
Am 1. März 2018 öffnet das „1Null7 Das Zuhause“ erstmals seine Türen für eine Lesung. Ab 19:30 Uhr liest René Schiering aus seinen beiden Ruhrpott-Köter-Romanen, erzählt kurze Geschichten aus dem Alltag, spielt Gitarre, singt, macht und tut! Und das alles inmitten des Shops für Ausgefallenes und Einzigartiges, an einem wahren Platz der Zufriedenheit.
Der Eintritt ist frei (Hut geht rum). Gegen eine kleine Spende gibt es Getränke und Knabberein.
Das Zuhause, Bochumer Str. 107, 45866 Gelsenkirchen-Ückendorf – HIER MEHR

Zurück aus dem Exil stolpert der cholerische André in den ersten Tagen auf heimischem Boden widerwillig und orientierungslos durch das ihm fremd ge-wordene Ruhrgebiet. Da wird schon die Nahrungsbeschaffung zum Problem, und die Begegnung mit dem benachbarten mürrischen Trinkhallenbesitzer eskaliert in einem Streit über belegte Brötchen. Auch die Fürsorge der mütterlichen Vermieterin kann die Stimmung nicht aufbessern. Gott sei Dank wohnt „Steiger“, ein alter Kumpel aus Punkrock-Tagen, der schon immer wusste, wie man öde Stunden totschlägt, im selben Haus. Doch in den letzten Jahren hat sich einiges geändert. Steiger hat der Lebensmut verlassen, so dass der herzensgute Hartz-IV-Empfänger sein eintöniges Dasein auf einer Fernsehcouch fristet, die Wasserpfeife ständig im Anschlag. Als einziger Lichtblick in dieser Tristesse erstrahlt „Dän“, der erfolgreiche, prollige Junggastronom der Stadt, der sich anschickt, André den Ruhrpott wieder schmackhaft zu machen. Der Heimkehrer ist jedoch von der Schlägerei in einem Elektrofachhandel, der inszenierten Ver-kupplung mit einer Kleinstadt-Psychopatin und dem misslungenen One-Night-Stand nach einem Diskobesuch nur genervt. Erst der unerwartete Tod eines alten Freundes katapultiert ihn zurück in die Realität. Bei der nüchternen Abwicklung des Todesfalls öffnet er sich schließlich dem Mikrokosmos der 80.000-Seelen-Stadt und wird mit offenen Armen empfangen. In Zukunft wird es ihm deshalb nicht mehr schwerfallen, wie ein dressierter Köter „Pott!“ zu kläffen, wenn einer seiner Kollegen „Ruhr!“ brüllt.

Ich bin ein Ruhrpott-Köter,
wurd’ auf Kohle groß.
Mein Fell ist voller Flöhe,
werd’ das Jucken nicht los.
Ich bin ein Ruhrpott-Köter,
struppig und verlaust.
Woanders ist es schön,
aber hier bin ich zu Haus.
Ruhrpott-Köter 1 René Schiering
Ruhrpott-Köter 2
Fast ein Frauenroman
Wie eine Taube, die man schickt
Kehr ich jedes Mal zurück.

144 Seiten, gebunden  · 9,90 €
ISBN 978-3-942094-38-2

Verhandelt "Ruhrpott-Köter 1" die regionale Identität junger Leute im Ruhrgebiet, widmet sich seine Fortsetzung den zwischenmenschlichen Aspekten in einem ständig im Wandel begriffenen Umfeld. Die zunächst beschwingte, dann dramatisch zugespitzte Geschichte beleuchtet dabei die sozialen Herausforderungen, die die Einwohner des engen Netzwerkes Ruhrgebiet tagtäglich zu meistern haben. Ein schmerzlich vermisster Drogentoter, schmutzige Sanitärsex-Fantasien bei dessen Beerdigung, ein handfester cat fight in der örtlichen Parfümerie, verkrustetes Menstruationsblut im rosa Spitzenhöschen. Und ein überforderter Anti-Held, der eigentlich nur im Rhein-Herne-Kanal angeln will ...

André, die einst so cholerische Hauptfigur, fühlt sich nach den kurzen Anlaufschwierigkeiten pudelwohl in der zunächst so misstrauisch beäugten Heimat und sieht sich selbst als den Charmeur vor dem Herrn. Reif und uneigennützig wickelt er die Beerdigung seines verstorbenen Freundes Steiger ab, die in einem mittäglichen Saufgelage in einer runtergekommenen Eckkneipe endet. Vermeintlich hingebungsvoll und dankbar greift er seiner Vermieterin und Ersatzmutter Frau Szczepaniak bei ihren wöchentlichen Einkäufen unter die Arme und schlichtet besonnen den Streit, der sich zwischen ihr und der ortsansässigen Parfümerie-Fachverkäuferin entfacht. Und natürlich lässt er vorsichtig und erwartungsvoll geschehen, was sich zwischen ihm und der Aushilfskellnerin Steffi entwickelt. Aber irgendwas ist ja bekanntlich immer, und so fängt das Kleinstadtidyll an zu bröckeln, als seine neuen Freunde Melli und Johnny sich nach Köln aufmachen. Noch schwerer ist der Verlust seines alten Schulkameraden "Dän" zu verkraften, der tatsächlich ein neues Café in Münster eröffnet. Die Aussicht, bald allein und zurückgelassen im trostlosen nördlichen Ruhrgebiet zu versacken, lässt André dann doch an sich und seiner Welt zweifeln. Seine taktlose Zurückweisung ihrer Gefühle stürzen die psychisch labile Steffi in eine lebensbedrohliche Depression. Auch wenn es ihn nach ihrer Einweisung zurück ins Exil treibt, weiß er, dass er wie eine geschickte Brieftaube auf kurz oder lang immer wieder in seinen Schlag zurückkehren wird.
René Schiering René Schiering (*1977, Gladbeck)
bezeichnet sich selbst als Anarchist, Gitarrist und Visionär. Seine geisteswissenschaftliche Ausbildung zum Dr. phil. im Fach Sprachwissenschaft (2006) führte ihn an so schillernde Orte wie Köln, Nimwegen, Konstanz, Leipzig, Berkeley und schließlich Münster. Sein Romandebüt „Ruhrpott-Köter“ erschien 2011 Inzwischen arbeitet Schiering als Autor und Schriftsteller, u.a. im Auftrag von RTL2 und SAT.1, fürs Fernsehen.



René Schiering und sein Ruhrpott-Köter bei "westart".




René Schiering liest in der Stadtbücherei Gladbeck.