Verlag Henselowsky Boschmann · Regionaler Literaturversorger Ruhrgebiet · Hubertus Janssen · Der Lurch hält durch
Bücher vonne Ruhr


Hubertus Janssen
Der Lurch hält durch
Gedichte aus dem landwirtschaftlichen Feuilleton und querfeldein

Illustriert von Peter Menne
Mit einem Nachwort von Jens Dirksen
96 Seiten, gebunden, 9,90 €
ISBN 978-942094-49-8
Reihe: Poesiealbum Ruhrgebiet

Hubertus A. Janssen, Wortspieler, gelernter Münsterländer und westfälischer Kosmopolit, hat für literarische Notfälle immer einen Koffer dabei, angefüllt mit Versen. Seinem Motto „Kürzer ist länger“ folgend, fertigt er feine Verse oft mit spitzer Feder. Man sieht es geradezu, wie er die Wörter greift, wie er sie anschaut, anspricht, von allen Seiten, und dann plötzlich springen lässt wie das Reh am See: „In diesem Schnee denk ich an Tee, das Reh an Klee.“ Kurzum: Ein Wortmusiker.


Jens Dirksen Hubertus A. Janssen

Verse, Füße, Vorgartenzaun

Einen heiterer Abend mit „Bauer“ Jens Dirksen und dem literarischen „Notfallmediziner“ Hubertus A. Janssen erwartet die Besucher am Donnerstag, 6. Juli 2017, um 19.30 Uhr im Café Cheese, Alte Bahnhofstraße 180, Bochum-Langendreer (Eintritt 8,50 Euro).

Jens Dirksen ist gebürtiger und praktizierender Niederrheiner (laut Definition von Hanns Dieter Hüsch: „Weiß nix, kann aber alles erklären“), Journalist und Leiter der Kulturredaktion der WAZ-Mediengruppe. Hubertus A. Janssen ist praktizierender Arzt und widmet sich in seiner Freizeit dem Fertigen feiner Verse und Kurztexte. Beide schreiten an diesem Abend im Café Cheese gemeinsam mit Worten durch Garten, Wald und Wiesen – der eine auf den Absätzen seiner Gartenkolumnen („Querbeet”/„Kraut und Rüben“), der andere auf den Füßen seiner heiterkeitstrunkenen Verse („Der Lurch hält durch”). Sie lassen Wortschöpfungen Blüten treiben, nähren das Ganze mit Witz und Ironie und präsentieren einen abwechslungsreichen Mix aus Jens Dirksens schönsten Gartenkolumnen und Hubertus A. Janssens wohltönenden, herrlich gereimten Gedichten.

Organisatorin dieser Lesung ist Beatrix Schulte-Gimmerthal von der Buchhandlung Gimmerthal, Alte Bahnhofstraße 39, Bochum-Langendreer; Vorverkauf in der Buchhandlung Gimmerthal; Kontakt: Tel. 0234 9270983
Heinz H. Menge Mein lieber Kokoschinski der ruhrdialekt

Foto: Jakob B. Janssen
Hubertus A. Janssen
Jahrgang 1964, aufgewachsen in Warendorf an der Ems, wurde nicht Förster, sondern beendete sein Medizinstudium in Mainz. Seit 2010 dichtet er für die Funke-Mediengruppe und für den Landwirtschaftsverlag Münster und andere Zeitungen. Als Erfinder des „landwirtschaftlichen Feuilletons“ ist er ein Vertreter eher kurzer Kurztexte. Gemeinsam mit Jens Dirksen liest er im „landwirtschaftlichen Feuilleton, unplugged“. Der Grenzgänger Janssen arbeitet als Arzt genau da, wo Ruhrgebiet und Münsterland ineinander übergehen. Er lebt mit Familie in Recklinghausen.

Peter Menne (Illustrator)
1962 als Westfale geboren; machte sich als Karikaturist durch zahlreiche Publikationen und Ausstellungen einen Namen; als Illustrator arbeitet er für Tageszeitungen, Fachmagazine, Buchverlage und Agenturen.
www.menne-illustration.de
"... All den Verhunzern aber, die von Glück sagen können, dass fortgesetzter Missbrauch von schutzbefohlenen Wörtern immer noch kein Straftatbestand ist, macht Hubertus A. Janssen vor, wie schön, wie ganz anders, wie schöpferisch man mit der Sprache umgehen kann. Janssen jongliert und wendet die Wörter, ja er lässt sie vor den Lesern kleine Pirouetten drehen. Dass sich Sprache nur in zweiter Linie aus Buchstaben und vor allem aus Tönen zusammensetzt, das kann man in diesen Versen nicht nur hören, sondern sogar erblicken. Janssens Vokalmusik sehen eben alle, die lesen können. Wenn man auf Wörter wie „Krötenflöte“ oder Sätze wie „Neulich traf ich eine kleine Randerscheinung“ im Lesen lauscht, dann weiß man: Der Augen- und Ohrenweidenpfleger Hubertus A. Janssen hext zusammen, was nicht zusammengehört – lauter Wesen, die ihren Aberwitz entfalten, sobald man sie zusammen hört. Einmal telefonierte ich aus dem Frankreich-Urlaub mit dem Dichter, der gerade dabei war, in Polen diversen Inspirationen durch Dohlen und Fohlen nachzujagen. Gleichwohl mochte ich ihm nicht vorenthalten, dass zu den Partnerstädten der bretonischen Bezirksmetropole Quimper nicht nur das irische Limerick gehört, sondern auch – Remscheid. Und kurz nach meiner Mutmaßung, es werde wohl nie einen Limerick für Remscheid geben, weil sich darauf so gar nichts reimt, entstand die „Taube im Rennkleid“.
Die disparaten Dinge, auf die sich Janssen im Paar, überkreuz oder auch mit wonniger Umarmung einen Reim macht, werden durch seine Gedichte zu Brüdern, sie verschwistern sich. Es entsteht eine sinnfällige Einheit der Vielfalt, turbulenteste Gegensätze eingeschlossen. Und vielleicht ist es dieser sprachliche Vorschein einer Welt, die so viel wünschenswerter erscheint als die wirkliche, die in Janssens Gedichten neben der großen Heiterkeit auch einen Hauch von Glück verspüren lässt." (aus dem Nachwort von Jens Dirksen)



"Mein Schwein hat Borderline".
Ein heiterer Abend mit „Bauer“ Jens Dirksen und dem literarischen „Notfallmediziner“ Hubertus A. Janssen am 24. März 2017 in der Buchhandlung Platzer, Paßstraße 32, Essen-Steele. (Fotos: Renate Rohkemper)


Jens Dirksen ist Journalist. Hubertus A. Janssen ist Arzt. Gemeinsam schreiten sie mit Worten durch Garten, Wald und Wiesen – der eine auf den Absätzen seiner Gartenkolumnen („Querbeet”/„Kraut und Rüben“), der andere auf den Füßen seiner heiterkeitstrunkenen Verse („Der Lurch hält durch”). Die beiden beackern seit Jahren schon das postindustrielle Ruhrgebiet und das Herz des Münsterlands, treten an mit ihrem nunmehr dritten Programm „Mach dir nur einen Reim – Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung dies- und jenseits des Vorgartenzauns". Kulturbauer Dirksen und der medizinische Notfalldichter Janssen bringen lauter wahre, wahnsinnige und wortwitzige Geschichten wie Gedichte aus dem Garten- und Landleben in bewährt pendelnder Vortragsmanier zum Klingen. Nach dieser einzigartigen Lesung im Geiste von Schillers Spieltheorie fühlt sich der Mensch wieder rundum als Mensch – welch seltenes Glück!

Der Lurch hält durch

Abendröte.
Die Erdkröte
spielt
zart
Flöte.
Spielt
lang Flöte.
Krötenflöte
quakt
die Kröte.
Quakt durch
bis zur
Morgenröte.



Landflucht einer Made
Im Apfel kroch ’ne Made.
Im Obst tief drin nur stecken,
Obstesser so zu strecken,
fand sie ihr Leben schade.

Aus Furcht vor Marmelade,
begann sie sich zu recken,
bis in die Stadt zu strecken
und fand sich gar nicht schade.

Robbte durch die große Stadt
und strandete beim Suchen
in einem Apfelkuchen.

Ihr Landleben so sehr satt
juchzte sie: Bin weg, bin weg!
Und versank still, per Gebäck.