Verlag Henselowsky Boschmann · Regionaler Literaturversorger Ruhrgebiet ·  Machet gut, Schwatte! Geschichten zum Abschied von unserer Kohle
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Machet gut Schwatte
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Machet gut, Schwatte!
Geschichten zum Abschied von unserer Kohle 
herausgegeben von Friedhelm Wessel
80 Seiten · gebunden · 9,90 Euro
978-3-942094-69-6 · Erscheinungsjahr: 2017

2018 ist Schicht im Schacht. Mit Bergbau im Ruhrgebiet, mit dem Schwarzen Gold, mit unserer Kohle. Zum Abschied sagen 18 Autorinnen und Autoren: „Machet gut, Schwatte!“ Mit Geschichten über Hausbrand und Grubenwehr, Kohlekajal und Kohlenklau, Zeche Hugo und Ernst Kuzorra, Dauerbrenner und Brikett in Zeitungspapier, Deputat und Grubenluft, über eine Halde namens Hilde und Täubchen, die Hänschen hießen.

Lesung mit Ulrike Geffert, Margret Martin, Einhard Schmidt-Kallert und Friedhelm Wessel
Samstag, 2. Dezember 2017, ab 16.00 Uhr
in der Buchhandlung Platzer
Paßstraße 32, Essen-Steele.
Eintritt frei. Bitte unter Tel. 0201-51 11 45
oder direkt in der Buchhandlung voranmelden.
Es gibt Kuchen von Frau Platzer!

Nicht Bergleute sind es, die hier über Schicht im Schacht schreiben, sondern "die Verbraucher". Dies ist ein Buch mit Geschichten über eine gute Freundin, die einen ein Leben lang begleitet hat. Als Wärmespenderin im heimischen Wohnzimmer oder als Haufen vor der Tür. Als Schwarzmacherin für die frisch gewaschene Bettwäsche auf der Leine oder als glänzendes Grubengold bei einer Stippvisite unter Tage.
In diesem Buch wird nicht über Sinn und Unsinn jahrzehntelanger Kohlesubventionen diskutiert und auch nicht darüber, wie der Abschied am besten inszeniert werden sollte.
Dieses Buch sagt: Schwatte, mit dir geht ein Stück Identität, von der wir so wenig besitzen. Es war wunderschön, was wir mit dir alles erleben durften. Machet gut!

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Die Autorinnen und Autoren:


Friedhelm Wessel, Meine Spur der Kohle

Jahrgang 1944; er verbrachte seine Kindheit und Jugend zwischen der Jacobi-Siedlung in Oberhausen – wo Oma ihr klein Häuschen und Opas geliebter Karnickelstall standen – und dem Dichterviertel in Herne – wo alle Straßen nach großen deutschen Schriftstellern benannt sind. Als „Köttel“ erkundete er zusammen mit seinen Freunden die Halden des Reviers und spielte verbotenerweise auch schon mal an einem der vielen kleinen Abwasserbäche im Tal der Emscher. Seine Bücher beschäftigen sich in Text und Bild mit den ganz besonderen Seiten seines Reviers, wie „Die letzte Sau der Kolonie. Geschichten zwischen Förderturm und Taubenschlag“, „Lüdenscheid-Nord gegen Herne-West. Das Revierderby“, „Denn sie tragen das Leder vor dem Arsch. Geschichten rund um den Bergbau im Ruhrgebiet“ und „Jede Menge Kino. Film-Geschichte(n) aus dem Ruhrgebiet“.
Hubertus A. Janssen,  Die Schwatte schweigt und Halde Hilde
Jahrgang 1964, aufgewachsen in Warendorf an der Ems, wurde nicht Förster, sondern beendete sein Medizinstudium in Mainz. Seit 2010 dichtet er für die Funke-Mediengruppe und für den Landwirtschaftsverlag Müns­ter und andere Zeitungen. Als Erfinder des „landwirtschaftlichen Feuilletons“ ist er ein Vertreter eher kurzer Kurztexte. Gemeinsam mit Jens Dirksen liest er im „landwirtschaftlichen Feuilleton, unplugged“. Der Grenzgänger Janssen arbeitet als Arzt genau da, wo Ruhrgebiet und Münsterland ineinander übergehen. Er lebt mit Familie in Recklinghausen. Bei Henselowsky Boschmann ist sein Gedichtband „Der Lurch hält durch“ erschienen.
Anja Kiel, Abschiedsfest
Geboren 1973 in Süddeutschland. Als sie mit knapp acht Jahren ins Ruhrgebiet zog, gab es dort tatsächlich noch den ein oder anderen Haushalt mit Kohleherd. Anja Kiels eigenes Interesse an Kohle erwachte mit einem Job als Gästeführerin auf der Zeche Zollverein. Als Gästeführerin arbeitet Anja Kiel nicht mehr, ihre Kohle verdient sie schon länger als Autorin. Bei Henselowsky Boschmann erschien der Ruhrgebiets-Fantasyroman „Die Hüter des Schwarzen Goldes“, den sie gemeinsam mit Inge Meyer-Dietrich geschrieben hat. www.anjakiel.de
Karin Schneider, Wenigstens einmal Grubenluft schnuppern
geb. Suchart. Kaufmännische Ausbildung bei der Ilseder Hütte, Steinkohlenbergwerke Friedrich der Große 1962 bis 1964. Anschließend als Sekretärin im gleichen Betrieb bis 1970 tätig. Später als Sekretärin in der „freien Wirtschaft“ beschäftigt.
Margret Martin, Der Kohleofen
Blond, nicht „schwatt“, aber eine aus dem Ruhrpott. Und zwar: Bochumerin: wegen Geburt, Wohnort der Mutter, Studium; Essenerin: wegen Kindheit und Jugend bei den Großeltern, Studenten-WG; Dortmunderin: wegen Wohnort von Vater und Bruder; Duisburgerin: wegen erster Arbeitsstelle in Marxloh; Bottroperin: wegen Liebe, Familie, Lebensmittelpunkt, Arbeitsplatz. Das Wichtigste in Kürze über die „Blonde aussem Pott“: Erfüllung: Familie und Beruf; Leidenschaft: Freunde treffen und kochen; Begeisterung: Lesen und Schreiben; Lust: Wandern und Fahrrad fahren; Freude: Malen und Ehrenamt.
Margit Kruse, Kohlen gegen Wurst
Geboren 1957, die vor allem durch ihre Revier-Krimis „Eisaugen“, „Zechenbrand“, „Hochzeitsglocken“ und „Rosensalz“ bekannt geworden ist, ist ein echtes Kind des Ruhrgebiets. Seit 2004 ist die Gelsenkirchenerin als freiberufliche Autorin tätig. Neben zahlreichen Beiträgen in Anthologien hat sie bislang neun Bücher veröffentlicht.
Annika Schuppelius, Ozzy aus der Grube
Geboren und aufgewachsen ist die heute 28-Jährige im Duis­burger Norden. Ihr Abitur machte sie in Hamborn, ihr Germanistik- und Geschichtsstudium absolvierte sie an der Heinrich-Heine-Universität. Hier kam sie mit dem Thema Industriekultur im Bereich der Literatur und Museumskonzeption in Kontakt. Heute schreibt und tüftelt die Redakteurin in einer PR-Agentur täglich an Projekten zu unterschiedlichen Thematiken.
Inge Meyer-Dietrich, Als ich klein war
Seit 1986 freie Autorin; über 30 Buchpublikationen großteils für junge Leser. Zahlreiche Auszeichnungen im In- und  Ausland, u. a. Literaturpreis Ruhr für das Gesamtwerk. Verlag Henselowsky Boschmann: In „Plascha“ schildert die Autorin das Leben einer Bergarbeiterfamilie im Ruhrgebiet der Jahre 1917 bis 1919; in „Leben und Träume der Mimi H.“ geht es um eine Frau an der Ruhr zwischen 1909 und 1933, die sich durch schwierige Zeiten kämpft und dabei ihre Träume nicht aufgibt; der zweite Teil ist unter dem Titel „Eisengarn“ im Herbst 2017 erschienen; außerdem zusammen mit Anja Kiel „Die Hüter des Schwarzen Goldes“, ein Fantasy-Ruhrgebietsroman. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in Gelsenkirchen; die drei Kinder sind erwachsen, beide Töchter ebenfalls schriftstellerisch tätig. www.ingemeyerdietrich.de
Elke Schleich, Josef Frings sei Dank
Geboren 1953 in Gelsenkirchen. Pferde und das geschriebene Wort – beides faszinierte sie schon als Kind. Heute lebt sie mit ihrem Angetrauten am grünen Rand des Ruhrgebiets, in Westerholt, ganz in der Nähe eines Reiterhofes, den sie nach langer aktiver Zeit im Sattel immer noch täglich besucht. Schriftstellerische Tätigkeit seit den 70er Jahren. 1988 der Roman „Komm zurück, Ameli“; Mitherausgeberin der Titel „Sugar Baby Love“, 2006, und „Yeahsterday“, 2007. Im Jahre 2012 erschien „Gummitwist in Schalke-Nord – ein Roman in 18 Geschichten“; 2014 als E-Book-Serie „Ein Lied für dich“; zahlreiche Kurzgeschichten in Anthologien und Illustrierten. 2016 der Roman „Wir haben alles hingekriegt“. www.elke-schleich.de
Franz Naskrent, Draußen, da ist die Freiheit
Geboren 1953 in Bottrop, im Bergarbeiterviertel Batenbrock. Großväter, Onkels und Cousins malochen vor Kohle auf den Zechen Prosper und Rheinbaben. Die ersten Jahre seiner Kindheit lebt er in einem typischen Zechenhaus: zwei vierköpfige Familien auf vier Zimmern, Opa und Oma wohnen im Keller zwischen Kartoffeln und Kohle, Plumpsklo aufm Hof, direkt daneben Schweine- und Hühnerstall. Er ist der Erste aus der Arbeiterfamilie, der Abitur macht und dann sogar studiert, Germanistik und Geschichte im gutbürgerlich-steifen Münster – mit viel Heimweh zum Pott; da, wo Klartext geredet und gelebt wird. Das Lehramt schmeißt er nach dem Staatsexamen für seinen Traumberuf: Journalist. Über 30 Jahre schreibt er für die Zeitung des Ruhrgebiets, die WAZ, zuletzt als stellv. Redaktionsleiter in Bottrop. Heute lebt er mit seiner Familie in Sterkrade und arbeitet als freier Journalist und Fotograf, im Ruhrgebiet, wo sonst.
Gerd E. Schug, Wie 1000 Ltr. in einen 900 Ltr. fassenden Förderwagen passen
War 44 Jahre beim Ruhrbergbau in der Verwaltung tätig. Nach dem Ruhestand intensive Tätigkeit als Hobby-Historiker.
Hans-Jürgen Bradler, Alle Tauben hießen Hänschen
Geboren am 12. August 1948 als Sohn eines Bergmanns in der Bochum-Hordeler „Kappskolonie“. Volksschulabschluss; Dreher-Lehre beim Bochumer Verein, Studium an der Staatlichen Ingenieurschule Bochum, Dipl.-Ing. Maschinenbau. Fußballtorwart: 1958 bis 1962 BC Hordel, 1962 bis 1970 TB Eickel, 1970 bis 1975 VfL Bochum, 1975 bis 1982 SC Westfalia Herne; Mitglied der Olympiamannschaft 1972 in München.
Peter Zontkowski, Dauerbrenner
1954 in Bochum geboren. Ausbildung zum Dreher, anschließend „Lehr- und Wanderjahre“ in diversen Berufsfeldern, vom Tellerwäscher zum Discjockey; später Ausbildung zum Landschaftsgärtner; bis zum Ruhestand Tätigkeit als Baumkontrolleur. Musiker, Autor, Radiomoderator – eigene monatliche Sendung „Time out“ im Bürgerfunk Herne. Diverse Veröffentlichungen in Anthologien. Verheiratet, ein Sohn, Ureinwohner.
Philip Stratmann, Die Abdrücke sieht man immer noch
Wurde mal von der Polizei kontrolliert, weil er auf sehr verdächtige Art und Weise in seinen Briefkasten gesehen hat; ist Mitautor des Buches „Mit Schmackes. Punk im Ruhrgebiet“.
Sarah Meyer-Dietrich, Der Himmel nur
Wurde 1980 geboren und wuchs im Ruhrgebiet auf. Sie studierte Wirtschaftswissenschaft und promovierte in Bochum. Heute ist sie freie Autorin und Dozentin für kreatives Schreiben. Sie erhielt für ihre Erzählungen einige Literaturpreise, darunter den Förderpreis des Literaturpreises Ruhr. 2016 erschien ihr Roman „Immer muss man mit Stellwerksbränden, Streiks und Tagebrüchen rechnen“. 2017 folgt der Roman „Ruhrpottkind“. www.sarahmeyerdietrich.de
Ulrike Geffert, Marika Kilius, meine Mutter und der Herzog von Arenberg
Jahrgang 1956, ist gebürtige Bottroperin. Sie studierte in Bochum und Münster Psychologie und Sozialmanagement. Unter dem Pseudonym U. Li veröffentlichte sie Ruhrgebietskrimis und Kurzgeschichten in Anthologien des Autorenvereins ARIAL-10 e.V. Für die Zeitschrift Tango Danza verfasste sie Artikel über Tango-Events im Ruhrgebiet. Sie lebt mit ihrem Kater Pablonski in Bottrop.
Dagmar van de Loo, Mein Vater und die Grubenwehr
Jahrgang 1956, Bergmannstochter, geboren und aufgewachsen in Herne-Sodingen, Sozialpä­dagogin.
Einhard Schmidt-Kallert, Nie mehr Hausbrand
Jahrgang 1949. Sozialgeograph und Raumplaner; kam vor 50 Jahren zum Studieren ins Ruhrgebiet, war zwischendurch Entwicklungshelfer in Südostasien, Gastdozent in Ghana und mit unterschiedlichen Aufgaben in Auslandseinsätzen in Afrika, Asien und Lateinamerika. Kehrt jedes Mal gerne ins Ruhrgebiet zurück. Zahlreiche wissenschaftliche und journalistische Veröffentlichungen, u. a. Reisereportagen.